Ein Sommer Sonntagsmorgen

 
O Wandle mit durch Feld und Wald,
Am Sonntag morgen, wenn die Schlote schweigen;
Der Hammer ruht! Ein Glockenläuten schallt
Durch weiten Sonntagsfrieden. - ferner verhallt
Der letzte Klang" - Sieh da neigen
Sich Blüt und Kronen,
In stummer Andacht steigts auf weitem Felde
Im goldenen Morgenscheine. - Wo Menschen wohnen,
Bis in die kleinsten Hütten dringt ein göttlich Lohnen,
Im Sonntagsfrieden! - Am Himmelszelt
Hebt sich der Wölkchen weißer Flaum
Auf tiefem Blau. - Sich Erd und Himmel einen;-
Den freien Blick im weiten, weitem Raum,
Stehst wie gebannt in einem sel`gen Traum.
"Ein großer Dom will heut die Welt erscheinen.
In heil`ger Scheu hörst du des Waldes Beten,
Wie aus den Gründen heil`ge Schauer steigen,
Im weichen Moos ein leises, leises Treten,
Als gingst du nicht allein an diesen Stätten,
Und doch allein - im ehrfurchtsvollem Schweigen!"-
Durch Feld und Wiese wandle Sonntags mit,
Die Wunder der Natur sich hier erfüllen,
Einsame Waldespfade Schritt für Schritt;
Wo nur der Sonnenstrahl auf grünem Moose glitt,
Falt Deine Hände auch, in Waldes - Stillen.-
 
© Maria Bornemann Bigge

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