Friedhofsgedanken

        (Zu Allerseelen)
 
Ein Plätzchen weiß ich, da ist es so stille, so still !
Nur die Drossel flötet und kleine Vögel singen
Zur Sommerzeit, -  wenn all die Blumen blühn. - 
Am Rande der Tannen Grün, hochreckiger Stämme. - 
Mild wehen die Lüfte und säuseln und singen.
 
Ein Gärtlein weiß ich, da ist es so stille, so still !
Da schlafen die Lieben!- -
Nichts störet den friedlichen Schlummer,
Fern vom Getriebe der Welt, - vom Hasten und Sorgen!
Sie haben gelebt und gewirkt und ruhn
Im Garten des Friedens! - 
 
Einen Garten weiß ich, da ist es so freidlich und still !-
Da kühlet der Wind die glühende Stirn,
Es bricht der Friede des Kummers Gewalt
Und in das wunde Herz träufelt leise
Ein lindernder Balsam. - -
 
Ich stehe am Hügel und träume und lausche! - -
Wohl Euch ihr Toten, die ruhn! - -
Noch stehe ich mitten im Taumel des Erdengetriebes;
Ach einst werd ich ruh´n wie ihr
"In dem Garten des Friedens." - 
 
© Maria Bornemann Bigge (Sauerland)

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